Gedanken der letzten Wochen

Ich sitze gerade am Hauptbahnhof und warte auf meinen Zug. Die Sonne, die jetzt schon den zweiten Tag in Folge scheint, wärmt meine Beine. Naja, sie wärmt zumindest so, wie sie Anfang Februar bei Minusgraden wärmen kann. Mein Zug soll mich zum ersten Mal nach ein paar Wochen in die Heimat bringen. Eigentlich war dieser Besuch erst für Samstag eingeplant. Eigentlich. Dann kam aber eine fette Grippe dazwischen und die Worte: "Wir können dich jederzeit vom Bahnhof abholen. Alleine krank zu Hause sein ist doch doof." Kurz überlegt und getan. Ich habe ein paar Klamotten und meinen Laptop in meinen Rucksack geschmissen, bin noch vorher schnell zur Post und jetzt sitze ich hier und bin fast ein bisschen wehmütig. Auch wenn Hamburg es mir nicht immer einfach gemacht hat und dieses Wetter hier noch ein bisschen schlimmer ist, als auf dem Land, weiß ich, dass ich wirklich angekommen bin.

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Der Januar bisher

Ich habe versucht den Januar langsam zu starten, was aber überhaupt nicht geklappt hat. Auf einmal kamen unglaublich viele Termine dazwischen. Arbeiten, Schule, lernen, mein Umzug. Der komplette Januar war unfassbar stressig und ich lief bei vielen Dingen nur auf 50%. Zwischendurch habe ich mich gefragt, wenn mir alles über den Kopf gewachsen ist und ich kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand, warum ich alles immer versuche alleine zu machen und mir es so schwer fällt, hilfe anzunehmen. Heute haben wir den 30.01 und ich kann ein bisschen durchatmen. Ich kenne mich inzwischen mit Stromkästen aus, kann mit Bohrmaschinen umgehen und Möbel zusammenbauen. Ich weiß jetzt, wie man Drucker und Scanner einrichtet und immerhin kann ich inzwischen in den vierten Stock sprinten, ohne völlig aus der Puste zu sein.

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Liebe geht durch den Magen

Man sagt ja immer, das Liebe auf den Magen schlägt. Bis vor ungefähr einem halben Jahr habe ich noch über diesen Satz gelacht. Jetzt, ein paar Monate und ungefähr 12 Kilo leichter, kann ich allem nur zustimmen. Und dazu sage ich nicht nur, das Liebe das Einzige ist, was auf den Magen schlagen kann. Egal was es für Gedanken sind, alles kann in gewisser Hinsicht auf den Magen schlagen. Bei mir war es eine inzwischen verlorene Liebe, Stress und allgemein ein bisschen zu viele Gefühle und Gedanken. Ich hätte selbst auch nie daran gedacht, dass ich einmal sowas schreiben werde.

21012018

Life Update #1

Es ist 01:15 Uhr, Montagnacht. Ich gehe im Moment sehr selten vor 02:00 Uhr schlafen und ich liebe es. Ich frage mich, wann ich zum Nachtmenschen geworden bin. Nachts scheint alles schöner zu sein. Friedlicher. Nachts finden die besten Gespräche statt, nachts bin ich am kreativsten und manchmal auch am produktivsten. Ich komme immer um 23:30 Uhr nach Hause und oft lerne ich noch bis 00:30 Uhr. Manchmal liebe ich es. Es mag komisch klingen, aber dies sind oft die schönste Tage. Manchmal hasse ich es aber auch. Heute liebe ich es. Heute ist eine der letzten Nächte in meinem Zimmer. Fast drei Monate habe ich jetzt hier wieder gewohnt. Bei meinen Eltern. In dem Zimmer, wo ich groß geworden bin. Es war nur eine Zwischenstation. Ich bin nie wieder richtig eingezogen. Es ist jetzt mein zweiter Auszug von Zuhause nur dieses Mal ist es anders. Dieses Mal weiß ich, dass ich nie mehr auf mein Dorf zurückkehren werde. Dieses Mal ist alles endgültig. Dieses Mal fühlt es sich richtig an.
 
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Meine Tattoos

Schon mit dreizehn Jahren habe ich immer gesagt, dass ich mir, sobald ich achtzehn Jahre alt bin, ein Tattoo stechen werde. Einen Tag nach meinem achtzehnten Geburtstag habe ich dann wirklich einen Tattootermin abgemacht. Meine Eltern waren zu meiner Überraschung total begeistert und fast aufgeregter als ich. Dazu muss ich sagen, dass ich wirklich gar nicht aufgeregt war. Als ich dann meinem Umfeld davon erzählt habe, habe ich bis auf ein paar Ausnahmen nur negative Bemerkungen bekommen. Dinge wie "Dann finde ich dich aber hässlich", "Das bleibt aber für immer" und "Was machst du damit wenn du alt bist?", waren nur drei von unglaublich vielen Sätzen. Ja, was ist, wenn ich es irgendwann hässlich finden sollte? Dann ist es so. Dann habe ich halt pech gehabt. Und die Tatsache, dass es für immer bleibt, ist eigentlich auch ziemlich klar. Das ist ja auch der Sinn der Sache, oder nicht? Ich steche mir schließlich nichts, um es irgendwann wieder wegmachen zu wollen. Und die Sache mit dem hässlich finden, ist im Grunde genommen auch nicht mein Problem gewesen. Inzwischen sehe ich meine Tattoos als ein Teil von mir an und will sie wirklich nicht mehr missen.

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